Werbung auf dem Blog, Ja oder Nein?

Sollte ich Werbung auf meinen Blog schalten? Es kann Leser nerven oder abschrecken aber auch bei der Begleichung der Rechnungen für Domain und Webspace helfen, nicht zuletzt die aufgewandte Zeit vergüten.

In diesem Post möchte ich etwas auf die Vor- und Nachteile von Adsense und co eingehen. Mein Interesse daran wurde durch eine Blogvorstellung in einem Forum geweckt, in dem Werbung als einziger Kritikpunkt geführt wurde.

Zitat aus einem der größten Bloggerforen im deutschsprachigen Raum:

Was mir nach dem durchstöbern deines Blogges aufgefallen ist, du hast Werbung drin..
Das schreckt mich als Leser ab, da ich von Werbung ja nicht von deinen Beiträgen abgelenkt werden möchte.
Diese würde ich abschlaten.

Ich habe mir den Blog angesehen, es waren 3 Anzeigen geschaltet, als wirklich nicht aufdringlich im Vergleich zu vielen deutschen Zeitungen, die oft vor Popups und großen Mouse-over Bannern überquellen.

Ein weiterer Kommentar gesellte sich dazu:

werbung geht m.m.n. gar nicht, sowas stört mich und schreckt mich auch eher ab

Dies sind nur zwei Beispiele für negative Kommentare zu Anzeigen auf dem Blog, sicher deutlich weniger als würde man die gleiche Werbung auf einer Zeitungsseite sehen, nur warum?

Vielleicht weil die professionellen auch entlohnt werden müssen, die Freizeit die die Autoren in ihren Blog stecken aber weniger entlohnenswürdig sind?

Clickbaiting und Gier

Seiten wie Buzzfeed o.ä. sind für ihre reißerischen Überschriften bekannt, die Seite und ihre Autoren verdienen durch die Werbeeinnahmen. Viele Autoren schreiben viele Artikel, die so viel Aufmerksamkeit wie möglich auf sich ziehen, oft nach dem Prinzip: viel heiße Luft um Nichts. Alles was zählt, sind die Klicks, Wahrheitsgehalt oder Tiefgang sind sekundär.

Die Technik Nutzer durch eine interessant scheinende Überschrift auf eine Seite zu locken nennt sich auch Clickbaiting (mehr zu Clickbaiting), das gilt sowohl für falsche also bewusst falsch betitelte, als auch schwer übertriebene Titel.

Diese Faktoren, tragen sicherlich dazu bei, dass Werbung auf Blogs negativ aufgefasst wird, wie auch Seiten, die einfach nur Inhalt zusammentragen oder die Geld im Internet Blogger, die einem wahnsinns Ergebnisse versprechen.

Kriterien für Akzeptanz der Werbung / Reklame

Meiner Meinung nach hat es viel damit zu tun, welchen Namen man sich gemacht hat. Wie viele Hits, Follower, wie viel Kredibilität hat man schon angehäuft? Dieser Blog hat wenig aufzuweisen, abgesehen vielleicht von ein paar meiner Kompetenzen, die ich eher andernorts demonstriere.

Auch wichtig ist der Wert, der dem Blog oder den Artikeln beigemessen wird, je mehr man investiert, desto leichter wird es dem Leser sicher fallen, die Werbung zu billigen. Als Techblogger habe ich gewisse Artikel die einen Großteil meiner Hits ausmachen, diese liegen um die 1000 Worte, für die ich sicher je 20.000 Worte an Recherche gelesen habe. Dazu noch ausprobieren, die richtigen Codebeispiele zusammenfügen, usw. Dafür leiste ich mir dann die Dreistigkeit ein Banner an den Anfang des Artikels zu stecken. Fair? Was meint ihr?

Je professioneller ein Blog geführt ist und je besser oder wertvoller die Inhalte sind, desto eher wird Werbung angenommen, das ist mein Eindruck.

Wann Werbung schalten?

Wenn man Besucher nicht abschrecken will, sollte man die Werbung weg lassen. Auch wenn es sehr einfach ist, mit WordPress Plugins wie dem Google Publisher Plugin zum Beispiel.

Besonders in den ersten Phasen eines Blogs, in denen man Leser gewinnen möchte, sollte man lieber verzichten, da man bei geringem Bekanntheitsgrad und wenigen Hits ohnehin nicht kaum etwas damit verdienen würde. Wahrscheinlicher ist, das man weniger Leser für seinen Blog begeistern kann und noch länger braucht um seine Ausgaben zu decken.

Wartet, bis ihr einen Dialog mit euren Lesern habt und durch Verlinkungen oder anderweitige Anerkennung nicht Gefahr lauft, dass ein Werbebanner ein guter Grund ist um eure Seite zu verlassen.

Fazit

Es ist ein Geben und Nehmen, wenn man sich Mühe gibt, werden die Leser sicher auch ein paar Banner ertragen. Als Blogger trägt man die Verantwortung seine Beiträge nicht nur auf Klicks auszulegen, das heißt die Follower nicht mit dem Inhalt, der einer Überschrift folgt zu enttäuschen.

Wer viel Arbeit in seine Posts steckt und über Analyse Tools schaut was funktioniert, wird eher loyale Leser gewinnen, die sich mit dem Inhalt auseinandersetzen und ihrem Umfeld davon erzählen.

Wer seinen Lesern das Gefühl gibt, das ein Seitenaufruf nicht die 0,001 cent wert war, die der/die Blogger durch den Aufruf verdient haben, hat entweder undankbare Leser oder sollte an seinen Inhalten arbeiten.

Für mich ist Werbung auch ein wenig Stolz, ich verlange schließlich keinen Eintritt, kein Abo. Ich bin sehr dankbar für alle Leser und jeden Kommentar und den Wert dieser Plattform ist kaum ermessbar, aber das Selbstvertrauen Werbung einzubinden habe ich, weil ich der Ansicht bin, das einige meiner Artikel es sicher wert sind. Denkt darüber nach, bevor ihr das nächste mal einen Adblocker installiert oder nehmt vielleicht ein paar eurer Lieblingsblogs von der Blacklist.

9 Antworten auf „Werbung auf dem Blog, Ja oder Nein?“

  1. Die gleiche Fragen wie du, habe ich mir letzte Woche auch gestellt.
    Ich habe mich jetzt allerdings dafür entschieden, trotzdem Werbung zu schalten. Die sollte nur nicht aufdringlich sein und von mir kontrollierbar.
    Ich muss selbst bestimmen können, wie die Werbung auszusehen hat und wo sie platziert wird. Das habe ich jetzt als Banner in meiner Sidebar und ein paar Referral-Text-Links zu Videospielen gemacht.
    Ich weiß, dass ich damit nicht die Welt verdienen werde. Aber mir geht es hauptsächlich um die kleinen Freuden und selbst mal Erfahrungen zum Thema „Werbung auf Blogs“ machen zu können.

  2. Ich finde, dass man durchaus Werbung schalten kann. Im TV, im Radio, in Zeitungen, im gesamten Web läuft Werbung, wieso nicht auch im Blog? Man kann sie ja durchaus so einbinden, dass sie sich ins Layout einbinden lässt und daher nicht zu sehr ablenkt. Außerdem muss man einen Blog eben auch unterhalten (Serverkosten und Co.). Diese kostenlos-Mentalität, geht mir auf den Senkel. Nutzer erwarten haufenweise Gratis-Info und schimpfen dann über einen Werbebanner? Pffff…. Zur Not kann man ja auch einfach AdBlocker aktivieren, wenn man so große Probleme damit hat.
    Noch habe ich keine Werbung, denke aber drüber nach welche zu schalten. Mich hält allerdings die rechtliche Problemtaik davon ab und keine nörgelnden Leser 😛

    Einen schönen BloKoSo
    Yasmin

  3. Mich stört die Werbung nur, wenn sie z.B. den Text unterbricht, also ein Banner inmitten eines Textblocks gesetzt wurde, oder wenn sie thematisch nicht passt. Mancher Blog wird auch verunstaltet durch schlichtweg hässliche Werbung oder penetrante Pop-up. Ich finde es gerechtfertigt, wenn die Arbeit, die in einem gutgeschriebenen Text steckt, sich auch auszahlt. Wie Du sagst, bei Zeitungen beklagt sich keiner über die Zentner Beilagen und Anzeigen.

  4. Hm, als Subdomainler hat man ja nicht die Wahl, und ich glaub man muss da als Leser einfach durch. Zugegeben, 99% der Werbung sehe ich so eh nicht, weil da Add-on mal seine Arbeit tut. Normal platzierte Werbung gehört zu einem Blog – Selbstfinanzierung halt – nerviger sind Pop-ups sowie die Facebook-Pop-ups „werde Fan“ – was eben nur aufdringlich ist. Aber wenn es zum Blog passt, darf Werbung ruhig sein.

  5. Das mit der Werbung ist eine kniffelige Sache. Gegen Kooperationen und gesponsorte Gewinnspiele haben die meisten Leser nichts einzuwenden, aber gegen einen kleinen Werbebanner in der Sidebar? Hm, aber sich dann 10-15 Minuten Werbung im TV ansehen. Ich werde wahrscheinlich auch bald Werbung auf meinem Blog schalten, weil ich von dem Unternehmen und dessen Konzept überzeugt bin, reich werde ich damit ganz sicher nicht. LG Myriam

  6. Hallo,

    sehr interessantes Thema was mich selber bewegt. Ich finde Werbung nicht so schlimm, wenn sie dezent gesetzt ist. Der Leser kann ja frei entscheiden, ob er drauf klickt oder nicht. Ich freue mich natürlich über jeden Klick, weil ich damit meine Unkosten für meinen Blog decke und habe daher auch keine Probleme mit anderen Blogs, die Werbung schalten.
    Danke

    Line

  7. Ich denke die Menge macht es. Wenn es nur noch blink blink macht hat man sicherlich zu viel Werbung geschaltet und wird seine Leser eher verschrecken als welche gewinnen. Ein paar unaufdringliche Banner halte ich nicht für abschreckend und sind sicherlich kein Grund einen Blog zu verlassen.
    Viele Grüße

  8. «Man muss wissen, mit 450 Zugriffen im Monat kommt man unter die hundert erfolgreichsten Blogs in Deutschland, ja? Das ist ungefähr die Auflage einer Schülerzeitung. Also das kann wirklich nicht so richtig interessant sein.»
    Siegfried Weischenberg, Kommunikationswissenschaftler

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