Was ist ein Blog? Ein Definitionsversuch

Ein Weblog, ein elektronisches Tagebuch?

Ein Journal wäre treffender, denn Tagebuch assoziiere ich meist mit privaten Notizen und intimen Geheimnissen. Da man mit Intimitäten oder Geschäftsgeheimnissen im Internet eher sparsam umgehen sollte, halte ich das Tagebuch für einen nicht zutreffenden Begriff.
Ein Blog ist was man daraus macht. Form, Inhalt, Pflege, Aufmachung, all das spielt zusammen und bildet mit all seinen Autoren, Einträgen, Kommentatoren und Kommentaren das Gesamtbild.

Was man unter einem Blog aber versteht, ohne darüber nachzudenken ist sehr von der Altersgruppe abhängig.
Die Generation 35+ weiß damit nicht unbedingt etwas anzufangen oder denkt: Tagebuch.
Die junge Generation denkt häufig: Das haben nur Extraordinäre, Musiker, Models, usw. Glücklicherweise legt sich dies langsam und die Anzahl der Blogs wächst, viele mit Potenzial auch über den initialen Freundeskreis hinaus zu greifen.

Vielfalt und Nutzen

Heute gibt es Blogs von für fast jede Szene, Subkultur oder Interessengruppe von sehr unterschiedlichen Menschen. Nicht alle haben besonders spannende Leben oder sind Bedingungen ausgesetzt, mit denen wir nicht alle täglich konfrontiert sind. Diese Menschen können einfach nur gut schreiben oder haben sich auf eine Niche spezialisiert, für die es Interessenten gibt.

In meiner Ausbildung zum IT-Systemkaufmann hielt ich beispielsweise extreme Langeweile beim Lernen von Rechnungswesen für eine mögliche Todesursache. Später fand ich Blogs, die mir den gleichen Stoff beibrachten, mit einleuchtenden Beispielen und mit einem Sprachgebrauch, der mir persönlich viel mehr zusagte, als der in den 15.79 Jahre alten Schulbüchern (bitte als Seitenhieb auf das Deutsche Bildungssystem verstehen). Ich plädiere hiermit für eine Einäscherung von Amtsdeutsch in vollem Umfang.

Die größten Vorteile

Blogs sind für mich vielfältiger als Bücher, auch wenn man sie nicht anfassen kann. Es deckt für mich einfach das Angebot eines Verlags für Magazine in allen Formen und inhaltlichen Ausführungen. Zwar ist noch nicht jede Niche gefüllt und für das Thema Photographie lese ich liebend gern noch Printmedien, aber der Interaktivitätsfaktor und die Multimedialität reizen mich, die Durchsuchbarkeit und die Entscheidungsfreiheit. Technische Vorteile sind natürlich Volltextsuche, Verlinkbarkeit und dass ich oft wählen kann mich nur mit einer Kategorie zu beschäftigen. Vielleicht möchte ich ja nur die Illustrationen sehen, die auf einer Seite veröffentlicht werden und nicht die langweiligen Logodesigns. Einfach den richtigen RSS Feed auswählen und ich bekomme nur was ich auch wirklich möchte.

Gute Blogs, Magazine und social media Projekte möchte ich in Zukunft gerne vorstellen und ich gebe hier schonmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Vielfalt von genialen Artikeln, Posts, Photos und sonstigem, was das Internet für mich groß, bunt und interessant macht:

Screenshot von enarro.de

enarro.de erzählt nach eigenen Angaben Geschichten zuende. Eine interessante Konstellation aus Autoren leistet dort einen wirklichen Beitrag zum deutschsprachigen Web. Empfohlene Leseprobe: Das dunkle Tal seiner Kindheit

Screenshot Kwerfeldein Juni 2012

Kwerfeldein.de ist ein herausragendes Photomagazin. So manches Printmedium was sich in Deutschland in den Regalen findet kann dieser Redaktion nicht das Wasser reichen. Empfohlene Leseprobe: Halbinsel Darss im Nebel

Screenshot blog-7 Juni 2012

blog-7.de ist der private Blog einer passionierten Photographin und anderweitig kreativen jungen Österreicherin. Empfohlene Leseprobe: Extreme-Test Aufgabe 2: Das Portrait

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