Warum die Pille danach rezeptfrei gehört

Zur Zeit geht die Debatte durch die Medien ob die Pille danach noch rezeptpflichtig sein sollte. Meiner Ansicht und Erfahrung nach nicht.

Ich lebe in Dänemark und dort ist diese nicht rezeptpflichtig, was dazu führte, dass sogar ich schon mal eine solche Pille erwerben konnte.

Das Argument der Rezeptpflichtbefürworter ist, das eine Beratung notwendig wäre, bei fehlgeschlagener Verhütung. Ich stelle mir gerade eine Unterhaltung mit einem Arzt vor:

Frau: „Guten Tag, ich nehme hier gerade einen halben Tag frei und ihre Zeit in Anspruch, weil ich mir die Pille danach verschreiben lassen möchte.“

Arzt: „Aha, sie wissen schon, dass da ein Haufen Hormone drin sind, die ihren Körper schädigen können? Sie müssen aufpassen beim Geschlechtsverkehr!“

Frau: „Ja, das ist mir klar. Ich verhüte mit meinem Freund mit Kondomen und vor ungefähr 24 Stunden ist uns eins geplatzt.“

Arzt: „Na dann ist der Effekt der Pille danach ja auch nicht mehr ganz so groß, weil Sie ja erst zu mir mussten.“

Frau: „Stimmt, sind wir hier fertig?“

In meinem Fall konnte ich einfach zu der Nachtapotheke gehen, die besagte Pille kaufen und beim nächsten mal besser aufpassen.
zu tun was sie für richtig hält, auch ohne sich einer Abtreibung zu unterziehen, außerdem ist es sicher im Interesse der potenziellen Kinder, dass diese geplant und ihre Eltern für sie bereit sind.

Als Gegenargument lasse ich gelten, dass Unvernünftige oder Dämliche die Pille danach als Verhütungsmittel missbrauchen könnten. Selbst schuld. Über die Risiken und Nebenwirkungen klärt der Beipackzettel auf.
Die Alternative zur Pille danach sind sicher öfter mal unerwünschte Schwangerschaften und erstens liegt es in der Verantwortung der Frau mit ihrem Körper

4 Antworten auf „Warum die Pille danach rezeptfrei gehört“

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die jemand als Verhütung „missbrauchen“ könnte – sie ist echt teuer, und was sie mit Körper und der Stimmung macht ist auch nicht so toll, als das man sich denken könnte, dass man das in Kauf nehmen möchte.
    Aber ich unterschätze da die Frauen/Mädchen wahrscheinlich massiv.

    1. Wahrscheinlich 😀

      Naja, es ist halt wie mit anderen Medikamenten, mit Bedacht und in geringer Frequenz nicht wirklich schädlich, aber bei Missbrauch sieht’s anders aus.

      Es sollte halt nicht zu sorglosem Geschlechtsverkehr ohne andere Verhütung führen.

  2. Naja. Ich kenne leider Leute, die als offiziellen Grund für die fehlgeschlagene Verhütung angeben, dass „es halt schnell gehen musste“ und man deshalb „keine Zeit mehr“ hatte, ein Kondom überzuziehen. Solche Leute gehören bestraft, tut mir leid. Und sei es damit, dass sie sich unter absolut berechtigtem Schamgefühl zum Arzt begeben müssen. (Ich weiß, was wenn sie das dann nicht tun, was wenn es jemanden aus Versehen trifft, der nicht selbst schuld ist, …) Dennoch. Es gibt genügend Verhütungsmittel und das „Kondom kann platzen“ Argument wird dadurch entkräftet, dass es ohnehin sinnvoller ist, doppelt zu verhüten. Und zwar vorher, nicht nachher. Der ungebremste Zugang zur“Pille danach“ verringert meiner Meinung nach erst recht den sorgfältigen Gebrauch von Kondomen, die bekanntlich nicht nur vor Schwangerschaft schützen, und die Achtsamkeit mit der Pille. Und es geht letztendlich damit weiter, dass auch die normale Pille irgendwann rezeptfrei erhältlich sein muss, und bald stopfen sich 12jährige mit Hormonen voll, weil sie gehört haben, dass man davon auch Brüste und reinere Haut bekommt. Man sollte den Leuten Achtsamkeit beibringen, nicht auch noch ihre Dummheit und Unvorsicht unterstützen (ich weiß, es gibt Ausnahmen, aber die gibt es überall).

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